Hirschgulasch mit Speck, Thymian und Preiselbeeren
Hirschgulasch ist der Klassiker der Wildsaison: mageres, kräftiges Hirschfleisch, das langsam in Rotwein und Wildfond schmort, bis es butterzart ist. Speck bringt Würze, Wacholder und Thymian den typischen Waldduft, und Preiselbeeren sorgen für eine feine Süße, die perfekt zum Wild passt.
Wir servieren das Gulasch mit Nudeln, einem Klecks griechischem Joghurt und noch mehr Preiselbeeren. Genauso gut passen Spätzle, Knödel oder Kartoffelpüree. Alles schmort in einem Topf, die meiste Zeit kümmert sich das Gulasch um sich selbst.
Auf einen Blick: 1 kg Hirschgulasch im Gusseisentopf scharf anbraten, Speck, Zwiebeln, Möhren und Sellerie mit Tomatenmark und Wacholder anrösten. Mit 200 ml Rotwein und 600 ml Wildfond ablöschen, Thymian, Lorbeer, Balsamico und Preiselbeeren dazugeben und zugedeckt bei kleiner Hitze 2,5 bis 3 Stunden schmoren. Für 4 Personen.
Warum der Gusseisentopf ideal für Wildgulasch ist
Im emaillierten Gusseisen-Topf wird erst angebraten und dann im selben Topf geschmort. Das schwere Gusseisen speichert die Hitze und gibt sie gleichmäßig ab, so bekommt das Fleisch beim Anbraten kräftige Röstaromen und schmort danach ruhig vor sich hin, ohne anzusetzen. Der schwere Deckel hält die Flüssigkeit im Topf.
Gusseisen funktioniert auf allen Herdarten einschließlich Induktion und muss nicht gewässert werden. Wer lieber im Ofen schmort, stellt den geschlossenen Topf bei 160 °C Ober- und Unterhitze hinein.
Hirschgulasch zart bekommen: darauf kommt es an
Hirschfleisch ist sehr mager. Damit es beim Schmoren nicht trocken wird, braucht es Zeit, wenig Hitze und genug Flüssigkeit. Diese Punkte machen den Unterschied:
- Fleisch trocken tupfen: Nasses Fleisch kocht im eigenen Saft, statt zu bräunen. Gut abgetupft bekommt es die Röstaromen, die der Soße später ihre Tiefe geben.
- Portionsweise anbraten: Zu viel Fleisch auf einmal kühlt den Topf ab. Lieber in zwei oder drei Runden anbraten.
- Vorsichtig salzen: Der Speck bringt schon Salz mit. Nachsalzen geht am Ende immer noch.
- Leise schmoren: Die Soße soll nur ganz leicht blubbern. Sprudelnd gekochtes Wild wird zäh.
- Garprobe statt Uhr: Das Gulasch ist fertig, wenn sich ein Stück mit der Gabel leicht zerteilen lässt. Je nach Stückgröße dauert das 2,5 bis 3 Stunden.
Gutes Hirschfleisch erkennen
Frisches Hirschfleisch ist dunkelrot bis rotbraun, feinfaserig und riecht angenehm mild. Es sollte fest sein und kaum Flüssigkeit verlieren. Für Gulasch eignen sich Schulter und Keule am besten, weil sie etwas Bindegewebe haben, das beim Schmoren weich wird und die Soße bindet. Rücken und Filet sind zu schade zum Schmoren und werden dabei schnell trocken.
Wildfleisch aus der Region bekommst du in der Jagdsaison beim Jäger, beim Wildhändler oder beim Metzger. Tiefgekühltes Hirschgulasch ist eine gute Alternative: langsam im Kühlschrank auftauen, den Saft abgießen und das Fleisch gründlich trocken tupfen.
Gewürze, die zu Wild passen
| Gewürz | Wirkung im Gulasch | Menge für 1 kg |
|---|---|---|
| Wacholderbeeren | harziger Waldduft, typisch für Wild | 6–8 Stück, angedrückt |
| Lorbeer | herbe Tiefe | 2 Blätter |
| Thymian | frisch-würzig | 4–5 Zweige |
| Piment | leichte Wärme, erinnert an Nelke | 3–4 Körner (optional) |
| Rosmarin | kräftig, harzig | 1 Zweig (optional) |
Preiselbeeren gehören zum Wild wie Senf zur Bratwurst: Ihre fruchtige Säure und leichte Süße gleichen die kräftige, leicht herbe Note des Fleisches aus. Im Rezept kommen sie zweimal zum Einsatz, einmal beim Schmoren und einmal am Ende, damit ihr frischer Geschmack erhalten bleibt.
Welches Fleisch für Hirschgulasch?
| Fleisch | Schmorzeit | Ergebnis |
|---|---|---|
| Hirsch (Schulter, Keule) | 2,5–3 Std. | kräftig, sehr mager, klassisch |
| Reh | 1,5–2 Std. | feiner und milder, kleinere Stücke |
| Wildschwein | 2–2,5 Std. | etwas fetter, herzhaft |
| Rind (Wade, Schulter) | 2–2,5 Std. | gute Alternative, wenn kein Wild zu bekommen ist |
Am besten eignet sich Fleisch aus Schulter oder Keule mit etwas Bindegewebe. Das wird beim langen Schmoren weich und macht die Soße sämig. Fertig geschnittenes Hirschgulasch gibt es in der Wildsaison beim Metzger oder Wildhändler, oft auch tiefgekühlt. Gefrorenes Fleisch langsam im Kühlschrank auftauen und den Saft abtropfen lassen.
Beilagen zu Hirschgulasch
- Nudeln: breite Bandnudeln oder Fusilli wie auf unserem Foto nehmen die Soße gut auf.
- Spätzle oder Knödel: die klassische Begleitung zu Wild.
- Rotkohl: unser Rotkohl aus dem Römertopf lässt sich gut am Vortag vorbereiten.
- Joghurt und Preiselbeeren: ein Klecks griechischer Joghurt und ein Löffel Preiselbeeren obendrauf bringen Frische.
Mehr aus der Wildküche: die Rehkeule aus dem Römertopf, das Wildschweingulasch und die Wildschweinkeule. Alle Rezepte findest du bei den Wild-Rezepten, ohne Wild gelingt das Rindergulasch.
Zeitplan: so planst du das Hirschgulasch
Die meiste Zeit schmort das Gulasch allein vor sich hin. Wer Gäste erwartet, kann es gut am Vortag kochen und am nächsten Tag langsam erwärmen. So sieht der Ablauf aus:
| Schritt | Dauer | Was passiert |
|---|---|---|
| Vorbereiten | ca. 20 Min. | Fleisch trocken tupfen, Gemüse würfeln, Wacholder andrücken |
| Anbraten | ca. 20 Min. | Fleisch portionsweise, dann Speck, Gemüse und Tomatenmark |
| Schmoren | 2,5–3 Std. | zugedeckt bei kleiner Hitze, gelegentlich umrühren |
| Abschmecken | ca. 5 Min. | Kräuter heraus, Preiselbeeren unterrühren, würzen |
| Beilage | ca. 15 Min. | Nudeln oder Spätzle in der letzten Viertelstunde kochen |
Varianten für dein Hirschgulasch
- Mit Pilzen: 250 g Champignons oder Steinpilze in Scheiben anbraten und in der letzten halben Stunde dazugeben. Das passt besonders gut zum Waldaroma von Wacholder und Thymian.
- Mit Schokolade: 10 g dunkle Schokolade zum Schluss unterrühren. Die Soße wird dunkler und runder, ohne süß zu schmecken.
- Ohne Alkohol: Den Rotwein durch weiteren Wildfond und einen Schuss Traubensaft oder Johannisbeersaft ersetzen.
- Mit Rotkohl statt Möhren: Wer es winterlich mag, gibt eine Handvoll fein geschnittenen Rotkohl mit in den Topf.
- Rehgulasch: Mit Reh gelingt das Rezept genauso, die Schmorzeit verkürzt sich auf etwa 1,5 bis 2 Stunden.
Mengen und Topfgröße
Das Rezept ergibt 4 großzügige Portionen. Für 1 kg Fleisch reicht ein Gusseisentopf mit etwa 24 bis 28 cm Durchmesser. Für 6 bis 8 Personen einfach alle Zutaten verdoppeln und einen größeren Topf nehmen. Die Schmorzeit bleibt gleich, nur das Anbraten dauert länger, weil mehr Portionen nacheinander in den Topf kommen.
Rechne pro Person mit 200 bis 250 g rohem Fleisch, denn Wild verliert beim Schmoren etwa ein Drittel seines Gewichts. Als Beilage reichen 80 bis 100 g Nudeln oder Spätzle pro Portion. Bei Knödeln plane zwei Stück pro Person ein, bei Kartoffelpüree etwa 250 g rohe Kartoffeln. Bleibt Gulasch übrig, freut sich die nächste Mahlzeit: Am zweiten Tag schmeckt es fast noch besser.
Hirschgulasch aufwärmen und aufbewahren
Im Kühlschrank hält sich das Gulasch gut verschlossen 2 bis 3 Tage. Zum Aufwärmen das Gulasch im Gusseisentopf bei kleiner Hitze langsam erwärmen und ab und zu umrühren. Ist die Soße beim Abkühlen dick geworden, einen Schuss Wildfond oder Wasser dazugeben.
Zum Einfrieren das abgekühlte Gulasch portionsweise in Dosen füllen. So hält es etwa 3 Monate. Am besten über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und dann im Topf erwärmen. Nudeln oder Spätzle immer frisch kochen, sie werden nach dem Einfrieren weich.
Hirschgulasch für Gäste und Festtage
Hirschgulasch ist ein dankbares Gericht für Besuch, weil fast alles im Voraus erledigt ist. Am Vortag geschmort und über Nacht durchgezogen, schmeckt es sogar intensiver. Am Festtag musst du es nur noch langsam erwärmen und die Beilage kochen. So bleibt Zeit für die Gäste.
Als Vorspeise passt eine leichte Suppe, etwa unsere Kürbissuppe mit Hokkaido. Zum Nachtisch schließt ein Bratapfel aus dem Römertopf das Wildessen herbstlich ab. Dazu passt ein kräftiger Rotwein wie Spätburgunder oder Dornfelder, am besten derselbe, der auch im Gulasch steckt.
Gusseisentopf nach dem Schmoren reinigen
Den emaillierten Topf nach dem Schmoren etwas abkühlen lassen und mit heißem Wasser und etwas Spülmittel reinigen. Angebratene Reste lösen sich, wenn du den Topf kurz mit Wasser einweichst. Bitte keine Scheuermittel oder Stahlwolle verwenden, damit die Emaille glatt bleibt.
Häufige Fragen zu Hirschgulasch
Hirschgulasch braucht 2,5 bis 3 Stunden bei kleiner Hitze. Es ist fertig, wenn sich die Fleischstücke mit einer Gabel leicht zerteilen lassen.
Nein. Fleisch von jungen Tieren ist mild genug und braucht keine Beize. Wer den Wildgeschmack mildern möchte, kann das Fleisch über Nacht in Rotwein mit Wacholder und Lorbeer einlegen und es vor dem Anbraten gut trocken tupfen.
Meist war die Hitze zu hoch oder die Schmorzeit zu kurz. Das Gulasch darf nur leise köcheln. Ist es nach der angegebenen Zeit noch fest, einfach weiterschmoren lassen.
Ein trockener, kräftiger Rotwein wie Spätburgunder, Dornfelder oder Lemberger. Am besten den Wein nehmen, der später auch auf den Tisch kommt.
Ja. Am nächsten Tag schmeckt es sogar noch besser, weil die Aromen durchziehen. Eingefroren hält es etwa 3 Monate. Langsam im Topf erwärmen und eventuell etwas Fond zugeben.
Ja. Nach dem Ablöschen den geschlossenen Gusseisentopf bei 160 °C Ober- und Unterhitze in den Ofen stellen. Die Garzeit bleibt gleich.




