Wildgulasch vom Wildschwein: mürbe geschmort mit Rotwein und Wacholder
Wildschweingulasch ist ein Schmorgericht für Herbst und Winter. Das Fleisch gart langsam in einer kräftigen Soße aus Rotwein, Wildfond, Wacholder und Lorbeer; zum Schluss geben dunkle Schokolade und Heidelbeermarmelade eine herb-fruchtige Note.
Auf einen Blick: Wildschweingulasch wird portionsweise angebraten und mit Sellerie, Zwiebeln, Möhren, Tomatenmark, Rotwein, Wildfond, Wacholder, Lorbeer und einem Stück Zartbitterschokolade im gewässerten Römertopf geschmort, kalter Ofen, 200 °C Ober-/Unterhitze etwa 2 Stunden. Gesamtzeit etwa 2,5 Stunden, 4 Portionen, rund 460 kcal pro Portion.
Das Gulasch wird zunächst scharf angebraten, dann mit angeröstetem Gemüse und Tomatenmark vermischt und mit Rotwein abgelöscht. Den Rest erledigt der Römertopf im Ofen: Der gewässerte Ton hält die Feuchtigkeit im Topf, sodass das magere Wildfleisch nicht austrocknet und mürbe wird. Andicken musst du das Wildgulasch meist nicht – die Soße kommt sämig aus dem Topf.
Als Beilage empfehlen wir Spätzle und Rosenkohl, der im Herbst und Winter Saison hat.
Ablauf und Garzeit
| Schritt | Angabe |
|---|---|
| Römertopf wässern | mindestens 10 Minuten |
| Fleisch (Keule oder Schulter, 3–4 cm Würfel) | in 2 Portionen scharf anbraten |
| Ofen | kalt starten, 200 °C Ober-/Unterhitze |
| Schmorzeit | ca. 2 Stunden mit Deckel, bei Bedarf 20–30 Minuten länger |
| Zum Schluss | Schokolade und Heidelbeermarmelade einrühren |
| Gesamtzeit | ca. 2,5 Stunden für 4 Portionen |
Woran du erkennst, dass das Wildgulasch fertig ist
Nimm nach 2 Stunden ein Stück heraus: Lässt es sich mit der Gabel leicht zerdrücken, ist das Gulasch fertig. Ist es noch zäh, braucht es mehr Zeit, nicht mehr Hitze. Ein häufiger Fehler passiert schon vorher: Kommt zu viel Fleisch auf einmal in die Pfanne, zieht es Wasser und wird grau statt braun – deshalb in zwei Portionen anbraten.
Was passt zu Wildschweingulasch?
Gut passt alles, was die Soße aufnimmt: Spätzle, Semmel- oder Kartoffelknödel oder Kartoffelpüree. Als Gemüse eignen sich Rotkohl oder Rosenkohl, als frischer Gegenpol ein Blattsalat. Preiselbeeren auf dem Teller greifen die Fruchtnote der Soße auf.
Weitere Gulasch-Rezepte: Rindergulasch, Ungarisches Gulasch und Schwarzbiergulasch. Mehr Wild wie die Rehkeule im Römertopf findest du in der Übersicht Wild-Rezepte.
Das richtige Fleisch für Wildschweingulasch
Am besten eignet sich Fleisch aus der Keule oder der Schulter vom Wildschwein, in etwa 3–4 cm große Würfel geschnitten. Schulter ist etwas durchwachsener und wird beim Schmoren besonders saftig, Keule ist magerer. Kaufe Wildschwein am besten bei einem Wildhändler, Jäger oder Metzger deines Vertrauens – in Deutschland muss Wildschweinfleisch vor dem Verkauf auf Trichinen untersucht werden. Tiefgekühltes Gulasch lässt du langsam im Kühlschrank auftauen und tupfst es vor dem Anbraten gut trocken.
Wildschwein einlegen – muss das sein?
Früher wurde Wild häufig über Nacht in Buttermilch oder einer Rotweinbeize eingelegt, um den kräftigen Wildgeschmack abzumildern. Bei Fleisch von jungen Tieren (Frischlingen oder Überläufern) ist das heute meist nicht mehr nötig. Wer es besonders mild mag, kann das Gulasch trotzdem 12–24 Stunden in Buttermilch einlegen, vor dem Anbraten abspülen und gut trocken tupfen.
Das Geheimnis der Soße: Wacholder, Schokolade und Heidelbeeren
Wacholderbeeren, Lorbeer und Pfefferkörner sind die klassischen Wildgewürze. Damit sie sich nach dem Schmoren leicht entfernen lassen, kommen sie in einen gefalteten Kaffeefilter. Ein Stück dunkle Schokolade mit 70 % Kakaoanteil rundet die Soße ab und gibt ihr Tiefe, die Heidelbeermarmelade bringt eine fruchtige Süße. Wer keine Heidelbeeren hat, nimmt Preiselbeeren – die passen ebenso gut zu Wild.
Das passende Rezeptvideo zum Wildschweingulasch findest du auf YouTube.






Wann legt ihr denn das Fleisch in den Römertopf? Ist im Rezept nicht klar zu erkennen.
Mari
Danke für die Rückmeldung. Das haben wir angepasst.
Wenn man das Fleisch und Gemüse erst in extra Gefäß anbraten muss, kann man das ja gleich in einem normalen Bräter tun und dann dort weiterschmoren lassen. Ich dachte, im Römertopf geht alles in einem Gefäß; war wohl ein Irrtum. Freundliche Grüße
Danke für die Rückmeldung.