Der Geschmack von Handwerk – ganz einfach gemacht
Ein gutes Mischbrot ist die Königsdisziplin in der heimischen Backstube. Doch viele Hobbybäcker schrecken vor der aufwendigen Pflege eines Natursauerteigs zurück. Die gute Nachricht: Es geht auch einfacher! Unser Weizenmischbrot mit Joghurt aus dem Römertopf beweist, dass man auch mit Hefe und cleveren Zutaten ein Brot backen kann, das aromatisch, lange frisch und wunderbar bekömmlich ist. Mit einem Roggenanteil von 30 % bringt es die nötige Herzhaftigkeit mit, während der Weizen für eine lockere Struktur sorgt.
Das Geheimnis der Säure: Warum Joghurt und Essig den Sauerteig ersetzen
Vielleicht fragen Sie sich: Warum brauche ich Essig im Brotteig? Die Antwort liegt in der Backchemie des Roggens. Im Gegensatz zu Weizen benötigt Roggenmehl Säure, um backfähig zu sein. Ohne Säure würden die im Roggen enthaltenen Enzyme die Stärke zu schnell abbauen, und das Brot würde innen klitschig bleiben und nicht richtig aufgehen.
Normalerweise übernimmt ein Sauerteig diese Aufgabe. In diesem „No-Sauerteig-Rezept“ greifen wir tief in die Trickkiste:
- Der Apfelessig: Er liefert genau die leichte Säure, die das Roggenmehl braucht, um stabil zu verkleistern. Keine Sorge: Den Essig schmeckt man im fertigen Brot nicht mehr heraus!
- Der Joghurt: Er unterstützt nicht nur die Säuerung, sondern ist unser „Weichmacher“. Joghurt sorgt für eine unvergleichlich weiche, fluffige Krume und hält das Brot über Tage hinweg saftig.
Römertopf statt Dampfbackofen
Dieses Brot ist prädestiniert für den Römertopf. Da wir hier mit einem Hefeteig arbeiten, der durch den Joghurt recht feucht ist, benötigt er eine Form, die ihn stützt und gleichzeitig perfekt gart. Der gewässerte Tontopf erzeugt während des Backens eine Dampfglocke. Dieser Dampf sorgt dafür, dass der Teig sein volles Volumen entfalten kann (Ofentrieb), bevor sich die Kruste schließt. Das Ergebnis ist eine glänzende, krachende Kruste wie vom Bäcker, während das Innere (die Krume) dank der schonenden Hitze schön wattig bleibt.
Zutaten-Tipps für das perfekte Ergebnis
Die Mehlmischung
Wir verwenden hier eine klassische Mischbrot-Aufteilung: 70 % Weizenmehl und 30 % Roggenmehl.
- Verwenden Sie für den Weizenanteil idealerweise Type 550 (backstark) oder Type 1050 (etwas dunkler und aromatischer).
- Für den Roggenanteil eignet sich Roggenmehl Type 1150 am besten, da es genügend Mineralstoffe für den Geschmack liefert, aber nicht so schwer ist wie Vollkorn.
Welcher Joghurt ist der beste?
Für die Saftigkeit gilt: Fett ist Geschmacksträger. Verwenden Sie am besten einen Naturjoghurt mit 3,5 % oder 3,8 % Fett. Magerjoghurt funktioniert zwar technisch auch, aber mit der Vollfett-Variante wird die Krume deutlich geschmeidiger. Griechischer Joghurt ist ebenfalls eine tolle Option für noch mehr Protein und Cremigkeit.
Anleitung: So gelingt die Zubereitung stressfrei
- Nicht zu viel Mehl: Teige mit Roggenanteil kleben immer etwas mehr als reine Weizenteige. Das ist normal! Widerstehen Sie der Versuchung, beim Kneten zu viel Mehl hinzuzufügen, sonst wird das Brot trocken. Befeuchten Sie Ihre Hände lieber mit Wasser, wenn Sie den Laib formen.
- Die Gare: Da wir Hefe verwenden, geht der Teig schneller als ein Sauerteig. Lassen Sie ihm trotzdem Zeit. Wenn sich das Volumen sichtbar vergrößert hat, ist er bereit für den Topf.
- Backen: Wie immer beim Römertopf empfehlen wir den Kaltstart (Topf in den kalten Ofen), wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen. Wer eine extrem krosse Kruste will und den Temperaturschock nicht scheut, kann den Topf wässern und leer vorheizen – aber Vorsicht beim Einfüllen! Die sicherere und bequemere Methode ist der kalte Ofen.
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Chemie für Genießer: Warum dieses Brot auch ohne Sauerteig gelingt
Viele Hobbybäcker kennen die goldene Regel: „Roggen braucht Sauerteig„. Doch warum eigentlich? Roggenmehl enthält von Natur aus Enzyme (Amylasen), die die Stärke im Mehl abbauen. Ohne Gegenspieler würden diese Enzyme während des Backens so aktiv werden, dass das Brot innen klitschig bleibt und die Krume instabil wird. Normalerweise sorgt die Säure des Sauerteigs dafür, dass diese Enzyme gehemmt werden.
Bei unserem Weizenmischbrot mit 30 % Roggenanteil nutzen wir einen cleveren „Hack“: Die Kombination aus Naturjoghurt und einem Schuss Apfelessig. Diese beiden Zutaten liefern genau das richtige Maß an Säure, um den Stärkeabbau im Roggen zu bremsen. Das Ergebnis ist eine stabile, gut ausgebackene Krume, die geschmacklich einem milden Sauerteigbrot in nichts nachsteht, aber deutlich schneller zubereitet ist.
Joghurt als „Weichmacher“: So wird die Krume fluffig
Der Joghurt in diesem Rezept hat eine Doppelfunktion. Neben der säuernden Wirkung ist er der entscheidende Faktor für die Textur. Das im Joghurt enthaltene Milchfett und die Proteine wirken wie ein natürlicher Backverbesserer. Sie sorgen dafür, dass die Krume – also das Innere des Brotes – besonders weich und fluffig wird. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Brot mit Joghurtanteil bleibt deutlich länger frisch und saftig als reine Wasser-Hefe-Brote. Sie backen also heute und genießen auch übermorgen noch ein herrliches Abendbrot.
Die Mehl-Mischung: Das Beste aus zwei Welten
Ein Weizenmischbrot lebt von der Balance.
- Der Weizen (70 %): Er liefert das Klebergerüst (Gluten), das dafür sorgt, dass das Brot im Römertopf schön hoch aufgeht und luftig wird. Wir empfehlen hier backstarkes Mehl der Type 550 oder das etwas dunklere Type 1050.
- Der Roggen (30 %): Er bringt die herzhafte Würze und die dunklere Farbe ins Spiel. Roggenmehl speichert zudem Feuchtigkeit sehr gut. Nutzen Sie hierfür am besten Roggenmehl Type 1150.
Warum der Römertopf die ideale Form für Mischbrot ist
Gerade bei Teigen mit Roggen- und Joghurtanteil kann die Masse etwas klebriger und weicher sein als bei reinen Weizenteigen. Hier spielt der Römertopf seine Stärke als „Formgeber“ aus. Er verhindert, dass der Teig in die Breite läuft, und zwingt ihn sanft nach oben. Gleichzeitig sorgt der gewässerte Tontopf für das, was Profi-Bäcker „Schwaden“ nennen: Während des Backens verdunstet Wasser aus den Poren des Tons. Dieser Dampf legt sich auf die Teighaut, hält sie elastisch und sorgt am Ende für eine glänzende, krachende Kruste, ohne dass Sie eine Wasserschale in den Ofen stellen müsse
Häufige Fragen (FAQ)
Nein, das empfehlen wir bei diesem Rezept nicht. Wie oben erklärt, benötigt der Roggenanteil (30 %) die Säure, um stabil zu backen. Wenn Sie keinen Apfelessig haben, können Sie auch milden Weißweinessig oder Zitronensaft verwenden.
Nein. Der Joghurt sorgt primär für die Konsistenz und Frischhaltung. Er verleiht dem Brot eine ganz dezente, frische Note, die hervorragend zu herzhaften Belägen wie Käse oder Schinken passt, aber nicht dominant „säuerlich“ schmeckt.
Dank des Joghurts bleibt dieses Brot lange frisch. Lagern Sie es am besten in einem Brotkasten (ideal aus Ton oder Holz) oder stellen Sie es auf die Schnittfläche. Im Römertopf selbst (wenn er sauber und trocken ist) hält es sich ebenfalls wunderbar 3–4 Tage.




Das Rezept ist wirklich einfach und das Brot wird klasse im Römertopf
Das können wir nur unterstützen 🙂 Danke, Helge.
Heute am 4. Advent habe ich das Brot gebacken. Das Ergebnis ist hervorragend. Locker, lecker, knusprig. Einfach wunderbar. Danke für das Rezept.
Das freut uns sehr zu hören. Vielen Dank 🙂
Das beste Brot das ich je gebacken habe. Danke für das tolle Rezept!
Das freut uns sehr zu hören. Vielen Dank 🙂
Gestern gebacken, heute gegessen! Supertolles Brot! Luftig innen, außen immer noch knusprig! Genial! Eines der besten Brote, die ich jemals gebacken habe. Das wird es bei uns nun öfters geben. Danke für das tolle Rezept.
Das freut uns wirklich sehr zu hören. Danke 🙂