Kochen mit Gelinggarantie: So nutzen Sie den Tontopf richtig
Der Römertopf ist weit mehr als nur ein Bräter – er ist ein natürliches Dampfgarsystem. Damit Ihre Gerichte vom ersten Tag an perfekt gelingen, gibt es ein paar einfache physikalische Grundregeln zu beachten. Der wichtigste Unterschied zu Metalltöpfen: Der Ton „arbeitet“ mit. Er speichert Feuchtigkeit und gibt sie als Dunst an die Speisen ab. In dieser Anleitung erfahren Sie alles über das Wässern, die richtige Temperatur im Backofen und wie Sie den Tontopf spielend leicht reinigen.
Die 5 goldenen Regeln für den Römertopf
Damit Ihr Braten saftig und das Brot knusprig wird, sollten Sie diese Schritte bei jeder Nutzung befolgen:
- Wässern ist Pflicht: Vor jeder Nutzung muss der Deckel (und bei Bedarf das Unterteil) für ca. 10–15 Minuten in kaltes Wasser gelegt werden. Der Ton saugt sich voll und sorgt so für den entscheidenden Dampfeffekt.
- Kaltstart im Ofen: Stellen Sie den Römertopf niemals in den vorgeheizten Ofen! Der Tontopf kommt immer auf den Rost in den kalten Backofen. Erst dann schalten Sie die Temperatur ein. So erwärmt sich der Ton schonend und Risse durch Temperaturschocks werden vermieden.
- Die richtige Temperatur: Ideal sind 180°C bis 200°C bei Umluft oder 220°C bei Ober-/Unterhitze. Bei Gasherden beginnen Sie auf Stufe 3 und heizen langsam hoch.
- Deckel ab für die Kruste: Wollen Sie eine krosse Kruste (z. B. bei Schweinebraten oder Brot)? Nehmen Sie etwa 15 bis 20 Minuten vor Ende der Garzeit den Deckel ab.
- Heiß trifft nicht auf Kalt: Stellen Sie den heißen Topf aus dem Ofen niemals auf eine kalte Steinplatte oder ins kalte Wasser. Nutzen Sie immer ein Holzbrett oder einen Untersetzer aus Kork/Stoff.
Das Prinzip Wässern: Wann ist es Pflicht, wann eine Option?
Die wohl häufigste Frage zur Nutzung betrifft das Wässern. Hier lohnt sich ein genauer Blick auf Ihr Modell, denn die Entwicklung des Römertopfs ist nicht stehengeblieben.
Der Klassiker (Unglasierter Ton)
Besitzen Sie einen klassischen Römertopf aus reinem Naturton („Römertopf Klassik“), ist das Wässern Pflicht. Legen Sie den Deckel und das Unterteil für ca. 10 bis 15 Minuten in kaltes Wasser. Die offenporige Keramik saugt sich dabei voll wie ein Schwamm. Im heißen Ofen verdunstet dieses Wasser langsam und bildet die berühmte Dunstglocke. Lassen Sie diesen Schritt weg, würde der trockene Ton dem Gargut Feuchtigkeit entziehen – das Essen könnte trocken werden.
Die Modernen (Mit Glasur)
Bei den modernen Serien (z. B. „Swing“, „Trend“ oder „Pane“) ist das Unterteil innen glasiert. Hier ist das Wässern kein Muss mehr, sondern eine Option.
Für Genießer: Wir empfehlen dennoch, zumindest den Deckel zu wässern. Der zusätzliche Dampfeffekt sorgt gerade bei Brot für eine knusprigere Kruste und bei Braten für noch zarteres Fleisch. Es ist also ein „Kann“, das sich geschmacklich oft lohnt.
Für Eilige: Sie können die Zutaten direkt in den Topf geben und in den Ofen schieben. Das Ergebnis wird dennoch saftig, da der Deckel die Feuchtigkeit im Inneren hält.
Genug der Theorie: Hier sind leckere Rezepte zum Direkt-Loslegen
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Richtig Wässern: Welchen Römertopf haben Sie?
Ein Blick auf Ihre Bilder zeigt: Es gibt einen entscheidenden Unterschied in der Handhabung, je nachdem, welches Modell Sie besitzen. Der Römertopf hat sich weiterentwickelt, und das beeinflusst die Vorbereitung.
Der Klassiker: Der „Ur-Römertopf“ (Unglasierter Naturton)

Die Modernen: Römertopf mit Glasur
Besitzen Sie einen neueren Topf (z. B. „Swing“ oder „Pane“), bei dem das Unterteil innen glänzend glasiert ist (wie im Bild links)? Hier ist die Handhabung deutlich schneller und einfacher. Da die Glasur das Unterteil versiegelt, nimmt es kein Wasser auf – das Wässern des Bodens ist hier also nicht nötig. Unsere Empfehlung: Wässern Sie bei diesen Modellen nur den Deckel (oder füllen Sie ihn mit Wasser, wie abgebildet). Das ist zwar kein technisches „Muss“ mehr, aber wir empfehlen es sehr, um den berühmten Dampfgareffekt wieder entstehen zu lassen. So erhalten Sie die Vorteile des Dunstgarens, sparen sich aber das Hantieren mit dem nassen Unterteil.
Kochen im Römertopf: Langsam aufheizen!
Egal ob Sie den klassischen gewässerten Topf oder das moderne glasierte Modell nutzen – eine Regel im Ofen ist für alle gleich: Vermeiden Sie Temperaturschocks.
Der Römertopf ist ein Naturprodukt. Wenn „Kalt auf Heiß“ trifft, entstehen Spannungen im Material.
- Der Kaltstart: Schieben Sie den gefüllten Topf immer in den kalten Backofen.
- Die Geduld: Schalten Sie erst dann die Temperatur ein. Während der Ofen aufheizt, erwärmt sich der Ton sanft mit. Das schont nicht nur das Material, sondern sorgt auch dafür, dass Ihr Gericht besonders gleichmäßig gart.
Reinigung & Pflege: Ein Kinderspiel dank Glasur
Ein weiterer Vorteil der modernen, glasierten Unterteile (siehe linkes Bild) ist die Reinigung. Da die Innenseite versiegelt ist, brennt nichts in den Poren fest.
Naturton: Den unglasierten Deckel (oder den klassischen Topf) reinigen Sie am besten nur mit heißem Wasser und einer Bürste, damit sich keine Spülmittelreste im Ton absetzen.
Den abgekühlten Römertopf mit warmem Wasser, Spülmittel, Schwamm oder einer weichen Bürste reinigen. Verkrustungen einige Zeit einweichen lassen. Die Reinigung in der Geschirrspülmaschine, auch im Intensivprogramm, ist bedenkenlos möglich. Die Oberfläche Ihres Römertopfes wird sich mit der Zeit etwas verfärben (Naturprodukt), das schränkt die Funktionsweise nicht ein.
Bitte den Topf nicht geschlossen sondern ineinander gestellt lagern.
Häufige Fragen zur Nutzung der Römertopf (FAQ)
Nein, auf keinen Fall! Der Römertopf ist aus Ton und für die gleichmäßige Rundum-Hitze im Backofen (oder der Mikrowelle) gemacht. Die direkte, punktuelle Hitze einer Herdplatte, Gasflamme oder eines Induktionsfeldes führt zu Spannungen im Material – der Topf würde sofort springen.
In der Regel nein. Das ist der große Vorteil des Dampfgarens: Fleisch, Fisch und Gemüse garen im eigenen Saft, unterstützt durch die Feuchtigkeit aus dem gewässerten Ton. Möchten Sie jedoch viel Soße haben (z. B. für Knödel), können Sie Wein, Brühe oder Fond hinzugeben. Wichtig: Die Flüssigkeit sollte immer vorgewärmt sein, um einen Kälteschock am heißen Ton zu vermeiden.
Das hängt von Ihrem Modell ab:
Klassischer Naturton (Unglasiert): Hier müssen Sie Deckel und Unterteil ca. 10–15 Minuten wässern.
Moderne Töpfe (Glasur im Unterteil): Hier ist das Wässern des Unterteils nicht nötig. Wir empfehlen aber, den Deckel zu wässern, um den typischen Dampfgareffekt zu nutzen.
Nein. Der Römertopf mag keine extremen Temperaturschwankungen. Stellen Sie den gefüllten Topf immer auf den Rost in den kalten Backofen. So erwärmt sich der Ton langsam und schonend gemeinsam mit dem Ofen.
Da im geschlossenen Topf eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, bleibt die Oberfläche zunächst weich. Für eine krosse Kruste (z. B. bei Brot oder Schweinebraten) nehmen Sie einfach 15 bis 20 Minuten vor Ende der Garzeit den Deckel ab.
Wie auf unserem Bild zu sehen, ist Luftzirkulation entscheidend. Lagern Sie den gesäuberten und trockenen Topf am besten mit umgedrehtem Deckel im Unterteil. Legen Sie ein Stück Küchenpapier dazwischen, damit Luft an den Ton kommt. Ein fest verschlossener Topf im Schrank kann muffig werden.